Wie war es Früher?
Ich habe mich gefragt wie Stress vor 60 Jahren empfunden wurde?
War Stress, BurnOut auch so ein Thema wie heute?
Es war Nachkriegszeit und das Leben bestimmt nicht einfach.
Ein weiter Weg nach oben lag vor den kriegsgeschädigten Menschen.
Ich habe SeniorenInnen in Deutschland und der Schweiz befragt.
Ein kleiner Auszug aus vielen Geschichten und Antworten.
Stress, BurnOut
Diese Worte hatten keine Bedeutung für uns.
Wir kannten sie gar nicht.
Unser Leben war sehr anstrengend nach dem Krieg.
Wir machten uns Sorgen ob wir genug zu Essen haben,
genug Kleidung und Heizmaterial für den Winter.
Luxus war nicht wichtig,
wir haben alles verkauft was nicht zum Leben nötig war.
Tauschbörsen waren meist verboten,
doch noch oft unsere "Geschäftsadressen".
Menschen hatten sich verändert durch die Grauen des Krieges.
Aber Alle wollten nur eins Ueberleben/Weiterleben.
Es war die Zeit, in der sich alles rasend schnell veränderte.
Wir hatten noch keine elektrischen Geräte die uns die Arbeit erleichtern konnten.
Phantasie und Kreativität waren wichtig und unser Handwerkszeug.
Als es dann endlich wieder Geld gab, war es mehr als knapp.
Wenn wir mehr Geld zum Leben brauchten, mussten wir mehr arbeiten.
Es war anstrengend aber nicht schlimm, es hat sogar Spass gemacht.
Wir hatten wieder ein Ziel vor Augen.
Es war spannend zu sehen wie alles wieder wächst und funktioniert.
Sogar viel besser als vor dem Krieg.
Alle aus der Familie haben mitgeholfen.
Die Arbeits-KollegenInnen waren meistens auch unsere FreundeInnen.
Wir haben uns unterstützt und uns gegenseitig geholfen.
Die Kinder mussten oft mithelfen nach der Schule,
aber Zeit zum Spielen hatten sie trotzdem.
Unsere Kinder klagten nicht über Langeweile.
Sie hatten nicht viele und vor allem so teure Spielzeuge.
Es gab kaum Spielzeug und wenn, hätten wir uns das auch gar nicht leisten können.
Sie haben sich selbst welche gebastelt,
haben sich Hütten gebaut, im Wald getobt, am See gespielt.
Zu besonderen Anlässen haben wir für die Kinder aus Resten Spielzeug gebastelt.
Darüber haben sie sich mehr gefreut, als die Kinder heute über teures Spielzeug.
Fernsehen, konnten wir uns lange nicht leisten.
Am Anfang gab es nur einen Sender, in dem Nachrichten gezeigt wurden.
Am Sonntag haben wir uns mit Freunden getroffen,
Spazieren, Wandern, gemütliche Treffen mit der Verwandschaft.
Wir sind selten ins Kino gegangen, dass war etwas besonderes.
Wir haben uns entspannt von der langen sechs Tage - Woche.
Joggen und Fitness brauchten wir nicht, denn Bewegung hatten wir am Tag genug.
Abends gingen wir früh schlafen, quasi "mit den Hühnern".
Wir konnten noch sehr gut geschlafen nach der vielen Arbeit denn
Schlafstörungen, Essstörungen, Nervösität kannten wir nicht.
Fazit:
Es gab mit Sicherheit Stress vor 60 Jahren,
aber er war für die meisten Menschen positiv.
Männer, Frauen und Kinder wurden gefordert, nicht überfordert.
Sie konnten sich sicher sein, dass ihre Arbeit belohnt wurde.
Arbeitsleistungen wurden anerkannt.
Sie konnten mehr oder weniger immer für sich selbst entscheiden
wieviel Leistung sie erbringen wollten, konnten oder mussten.
Wie ist es Heute?
Das Leben wird im Galopp und nicht mehr im Schritt absolviert.
Sobald der Wecker schellt geht es los, das Leben fordert von uns vollen Einsatz und kennt auch kein Pardon, wenn wir uns nicht wohlfühlen, noch müde sind.
Wir haben zu funktionieren mindestens 100%.
Viel besser wären 200%, denn dann wären wir noch wirtschaftlicher,
produktiver, akzeptierter und angesehener im Arbeits und Privatbereich.
Menschen, in allen Altersgruppen fühlen sich gestresst!
Das Wort Stress wird immer dann benutzt
wenn etwas nicht funktioniert wie erwünscht oder geplant.
Beispiel:
Wenn das Auto defekt ist.
Wenn man von Termin zu Termin hetzt.
Wenn es in der Beziehung Probleme gibt.
Wenn es im Job nicht so "rund" läuft.
Wenn Kinder laut toben und spielen.
Wenn Kinder nicht so "funktionieren" wie Eltern das wollen.
Wenn der Hund des Nachbarn "immer" bellt.
Wenn morgens der Hahn des Nachbarn "immer" kräht.
Wenn Kuh oder Kirchenglockengeläute des Nachts einem
"immer" den Schlaf raubt.
Wenn die Musik der Nachbarn "immer" zu laut ist.
Diese Reihe könnte noch Seiten lang fort gesetzt werden.
Beispiel: Termine über Termine
Sogar die Freizeit ist terminiert
Sport, Ausgehen, Sex usw. für alles gibt es festgelegte Zeiten.
Entspannung
Was passiert wenn wir uns nicht entspannen können?
Wenn wir es nicht schaffen unsere Seele baumeln zu lassen?
Wenn wir unserem Körper, unserem Geist und der Seele keine Ruhepausen und Entspannung gönnen?
Wenn Sport, der uns als Ausgleich dienen soll, nur weiteren Zeitdruck und Stress verursacht.
Schleichend, für uns am Anfang gar nicht spürbar, verändern wir uns
und zwar mit dramatischen Folgen.
Der ständige Druck macht uns müde,
gereizt und unausgeglichen.
Der Körper beginnt sich mit Warnsignalen bemerkbar zu machen:
extreme Müdigkeit,
allgemeines Unwohlsein,
ständige Kopfschmerzen,
Nacken, Rückenschmerzen,
Magenschmerzen, Übelkeit,
Magengeschwüre,
Durchfälle, Verstopfung,
Bluthochdruck,
Herzschmerzen, Herzinfakt,
Schlaganfall
usw.
Beim Sport werden wir immer risikobereiter.
Erwarten dort den Kick, der unser Leben bereichert,
es wieder spannend und lebenswert macht.
Genussmittel, Drogen werden zur Entspannung eingesetzt.
Kaffee, "Fitness" - Präperate usw. werden als Schlafersatz benutzt.
Wir müssen lernen in die Ruhe zu kommen.
Stehen bleiben, um sich am Leben und der Natur wieder zu erfreuen.
Unserem Körper Zeit geben sich zu erholen von dem aufreibenden Leben.
Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht bringen,
um gestärkt das Leben zu bewältigen und nicht nur zu ertragen.
Arbeiten um zu Leben, nicht Leben um zu Arbeiten.
Wann fangen Sie an?
Wann geben Sie Ihrem Leben wieder mehr Qualität?